Literature Roleplay (German)

Das Rollenspiel habe ich für meinen letzten Schultag nach dem Abitur geschrieben.
Bis auf Erzähler und Mephisto (+ Helfer) sind alle Rollen mit Lehrern besetzt worden.

1.Szene:
Das schwache Licht der ersten Sonnenstrahlen durchbricht die staubigen Glasfenster eines alten Studierzimmers. Der Geruch von Opium durchströmt den Raum und bringt die Sinne des berühmt, berüchtigten Psychologen Dr. Heinrich Faust dazu auf eine weite Reise zu gehen. Durch das Kauderwelsch seines Patienten Woyzeck, der auf der Couch vor ihm liegt (Bank), wird er aus seinen Gedanken herausgerissen und in die Realität zurückversetzt.

Woyzeck (wimmernd): Und da war…habe wollen…sollte…könnte…ist doch…armes Ding…schrecklich…blutig…
Faust: Beruhigen Sie sich, mein lieber Herr Woyzeck, es wird schon alles wieder wohl werden.
Woyzeck: Ach Herr Doktor Faust…Sie haben ja gar keine Vorstellung…
Faust: Deswegen haben Sie sich ja zu mir begeben, damit ich mir ein Bild machen kann von den Gespenstern, die Sie verfolgen. Berichten Sie mir von den Geschehnissen, die sich gestern zugetragen haben. Dann werde ich Ihnen mit Sicherheit eine große Hilfe sein können.
Woyzeck: Es begab sich gestern in den späten Abendstunden…

2.Szene:
Ein Pärchen (Hamlet, Ophelia) steht auf einer Lichtung (Schulhofmitte). Der Anblick der beiden wirkt auf den ersten Blick harmonisch, da sie sich in den Armen liegen. (Hamlet und Ophelia liegen sich in den Armen) Sieht man allerdings genauer hin, so wird schnell erkennbar, dass die junge Frau tot in den Armen des Mannes liegt. Der stolze Prinz Dänemarks hatte seine Geliebte im Streit erschlagen. Schnell sieht er sich nach einer Möglichkeit um wie er seine Schandtat verheimlichen kann. (Hamlet legt Ophelia auf Matte und sucht sich eine Schaufel)
Als er gerade den ersten Spatenstich vollziehen will wird er aufgehalten.(Auftritt Galilei, der Hamlet am Arm fest hält)

Galilei: Was tust du da Freund Hamlet?
Hamlet: Nichts was von deinem Interesse wäre, Freund Galilei.
Galilei: Du willst diese Frau, die du einst geliebt einfach so dem Schoss der Erde übergeben und ihr so den Segen Gottes verweigern, nachdem du sie hinterrücks erschlagen hast?
Hamlet: Was sprichst du da? So etwas ist nie geschehen!
Galilei: Und weswegen liegt sie denn dort so tot auf dem Rasen?
(Galilei zeigt auf Ophelia, Bethovenmelodie)
(Hamlet stellt sich vor die Leiche)
Hamlet: Dies ist nichts, du verstehst das Falsch, sie ruht nur!
Galilei: Ruhen? Sie ist mausetot!
Hamlet: Jetzt schweig und hilf mir lieber sie zu vergraben!
Galilei: Niemals werde ich dir bei beistehen solch einen Frevel zu vertuschen!
Hamlet und Galilei brechen in einen Streit aus. Nach einigem hin und her beschließen sie die Situation mit einem Rennen zu beenden. Wer dieses gewinnt darf entscheiden was mit Ophelia geschieht. Gewinnt Hamlet so soll sie begraben werden, trägt Galilei den Sieg nach Haus, so muss Hamlet seine Untat gestehen.

Rennen

3.Szene:
Die beiden Kontrahenten sind am Ziel angelangt und vor ihnen steht der Fürst der Finsternis (Auftritt Mephisto), der ihnen ein Angebot macht, dass die beiden nicht abschlagen können.

Mephisto: Ich gebe euch beiden Menschenwürmern eine einmalige Chance: Derjenige von euch, der von drei Spielen die meisten gewinnt wird der Sieger sein. Wirst du junger Prinz der Sieger sein, so werde ich die Tore der Hölle öffnen und das Mädchen mit mir in die Tiefe nehmen, jegliche Erinnerung an sie soll außerdem aus den Köpfen der Menschen verschwinden. Sollte allerdings der ehrwürdige Wissenschaftler wider erwarten siegen, so werde ich den jungen Dänen für diese frevelhafte Tat büßen lassen und dich an ihrer statt mit in die Hölle nehmen! Da ich ein gütiger Teufel bin dürft ihr euch zur Unterstützung zwei weitere Menschen suchen, die die ersten beiden Wettbewerbe für euch austragen werden!

Den beiden bleibt nichts anderes übrig, als den Pakt mit einem Handschlag zu besiegeln.(Galilei, Hamlet und Mephito geben sich die Hände)
Nach Abschluss des Vertrages lassen die Widersacher ihre Kontakte spielen und schnell stehen jeweils zwei weitere Mitstreiter zur Verfügung.
Zu Hamlet gesellen sich die holde Charlotte und die junge Antigone.
Galilei trumpft mit seinem Schüler Andri und seinem alten Freund Nathan auf.

Mephisto: Nun da ihr vollzählig seid: Mögen die Spiele beginnen!
Eure erste Aufgabe besteht darin, dass ihr aus den auf den höllischen Flipcharts stehenden Wörtern eine Geschichte erstellen und vortragen sollt. Jedes Wort darf nur einmal verwendet werden und meine beiden Teufelchen werden dafür sorge tragen, dass die genannten durchgestrichen werden. Das Publikum entscheidet, wem von euch es besser gelungen ist. Die Kontrahenten sind in diesem Spiel: Nathan und Charlotte.

Spiel 1

Mephisto: Im zweiten Spiel werden Andri und Antigone in einem Zeichenwettbewerb gegeneinander antreten. Auf den Karten, die meine beiden Teufelchen euch gereicht haben stehen Begriffe, die ihr nacheinander an diese höllische Flipcharts zeichnen sollt. Welche Mannschaft in zwei Minuten die meisten Bilder errät, erlangt den Puntk.

Spiel 2

Mephisto: Und als letzte abschließende Aufgabe, müsst ihr gemeinsam mit eurer Mannschaft nacheinander ein Lied vortragen, den Text dazu erhaltet ihr wieder von meinen lieben Teufelchen und hier seid ihr werte Schüler (auf Schüler deuten) die Richter. (Donnergrollen) Beginnen wir mit der zurück liegenden Mannschaft.

Spiel 3

Sieg Team Hamlet:
Mephisto: Nun du hast gewonnen junger Prinz, ich werde das Mädchen mit in mein Reich nehmen.
Die Tore der Hölle öffnen sich weit (hintere Tür Haus B; Geräusch knarrende Tür) und Mephisto verschwindet mit Ophelia in die Tiefen der Hölle. (Mephisto trägt Ophelia ins Schulgebäude)

Sieg Team Galilei:
Mephisto: Nun du hast gewonnen werter Gelehrter, ich werde den Prinzen mit in mein Reich nehmen.
Hamlet wehrt sich kurz, ist Mephisto aber unterlegen und wird in das sich öffnende Höllentor (s.o.) geschleift. (Mephisto schleift Hamlet ins Schulgebäude)

4.Szene:
Wir befinden uns wieder im Arbeitszimmer des Dr. Faust.
Faust: Nun das ist wahrlich ein grausamer Traum…
Woyzeck(aufgebracht): Das war kein Traum!
Faust: So etwas kann unmöglich real sein! Sagen Sie, machen Sie noch immer die Bohnentherapie auf Empfehlung Ihres Hausarztes? Sie sollten diese dringend absetzen und mal wieder was vernünftiges essen!

Ende

Verwendete Werke:
Faust:  Faust – Johann Wolfgang von Goethe
Woyzeck: Woyzeck – Georg Büchner
Hamlet & Ophelia: Hamlet – William Shakespeare
Galilei: Leben des Galilei – Berthold Brecht
Charlotte: Wahlverwandtschaften – Goethe
Antigone: Antigone – Sophokles
Andri: Andorra – Max Frisch
Nathan: Nathan der Weise – Gotthold Ephraim Lessing

© by me. Do not use or repost without my permission.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s